Einkauf
© W. Thurner 2026
Vor dem seinerzeitigen EU-Beitritt wurde uns mit vollmundigen Versprechungen ganz allgemein der Mund wässrig gemacht. Um bei unserem Thema zu bleiben: natürlich auch über die größere Auswahl an Lebensmitteln. Hier und heute sehe ich die damaligen Versprechungen nicht eingelöst. Es hat sich weder die Vielzahl der Produkte erhöht (Neue Lebensmittel wurden nicht entdeckt,) noch deren Qualität. Letztere sehe ich eigentlich im Niedergang. Die herbeigeschafften Mengen sind hingegen tatsächlich gewaltig, wenngleich sie oft auch nur in Regalen vergammeln und letztlich weggeworfen werden. Alleine der Ausstoß an nicht verkauftem, daher auch nicht verspeistem Brot, den eine Stadt wie Wien täglich hinterlässt, denn produziert kann man nicht sagen, ist enorm. Aktionismus wie die Abgabe zum halben Preis, ja auch das Verschenken bildet nur ein Pflästerchen, welches den Totalschaden nicht einmal ansatzweise verbergen kann. Beim täglichen Einkauf stellt man zunächst fest, dass das kleine, aber feine Fachgeschäft nicht mehr existiert. In der Marktgemeinde, in der ich u.a. lebe, haben letztes Jahr die beiden verbliebenen Fleischer für immer zugesperrt. Zum Thema Fleisch ist anzumerken, dass mit Ende 2025 auch f-eins, ein Fleisch- Versorgungszentrum Opfer von spekulativen Geschäften geworden ist, die Pforten sind geschlossen. Gemüse findet sich in zugegeben großer Auswahl in Supermärkten. Versuchen Sie aber einmal dort nach Pastinaken zu fragen. Das Gros der Regalbetreuer wird wahrscheinlich mit dem Gemüsenamen nichts anzufangen wissen. Zum Angebot auf dem Biosektor: Hier scheint es zu genügen, wenn es ein bisserl vergammelt ist, so sieht es auf der Biomüllhalde seiner Bestimmung entgegen gemeinsam mit dem Brot entsorgt zu werden. Paradoxerweise werden reife Früchte mit dem Argument aus dem Verkauf gezogen, sie wären verdorben; Mangos sind da ein ganz gutes Beispiel. Käse: ja, da gibt es noch paradiesische Zustände: im Käseland auf dem Naschmarkt zum Beispiel. Im Supermarkt sollte man getrost zu den „abgelaufenen“ Produkten greifen, da lässt sich gelegentlich ein Schnäppchen machen.
Einkaufen oder Beschaffungskriminalität